Im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs gingen schließlich zwei Architektenteams, HOLODECK architects und fasch&fuchs, als Sieger hervor. Deren gemeinschaftliches Modell war in den Ausstellungsräumen im Wirtschaftspark zu sehen – ein Modell, das auch stellvertretend für die Ziele des Wirtschaftspark Breitensee steht: Individualität, gepaart mit Industriedesign des 21. Jahrhunderts.
Beide Architektenteams haben in der Vergangenheit einige auch städtebaulich interessante Projekte verwirklicht, sowohl im Wohn- als auch im Gewerbebau.
Das Modell Holodeck kennzeichnet sich laut Jurybeurteilung „durch die Erhaltung eines großzügig zusammenhängenden Hofbereiches und erhält dadurch den für die kreativen Milieus bevorzugten Charakter des derzeitigen Gewerbehofes am ehesten. Die Anordnung der einzelnen Nutzungszonen für den Gewerbebereich ist gut strukturiert und flexibel teilbar. Eine phasenweise Bebauung ist gut möglich. Mögliche Beeinträchtigungen zwischen Wohnen und Gewerbehof sind weitestgehend minimiert.“
Das Modell von fasch&fuchs zeigt laut Jury „als Wohnhaus eine wirtschaftliche und variantenreiche Lösung hinsichtlich der Erschließung und der Grundrisslösung in den einzelnen Geschossen".
Das „gemischte Modell“ zeichnet sich durch eine gelungene Synthese aus, die den gewerblichen-kreativen Anforderungen der künftigen Mieter ebenso entspricht wie den Wohnbedürfnissen.
Alle im Wettbewerb eingereichten Projekte wurden im Rahmen der Ausstellung in der Missindorfstraße präsentiert und vermitteln einen guten Eindruck in die Vorstellungswelten der Architekten.
Die Arbeitsgemeinschaft hat gerade in den vergangenen Monaten durch äußerst mutige Projekte auf sich aufmerksam gemacht: die neue Busgarage für die Wiener Linien beeindruckt durch coole Schlichtheit, der Landesteg für den Twin City Liner, verbunden mit einer Boutiquenstraße am Donaukanal wiederum repräsentiert jenen leichten mediterranen Flair, der dem ganzen Leichtigkeit und einen nahezu schwebenden Charakter verleiht.
„Autobusgarage Leopoldau“ und „Sonderschule Schwechat“ sollen detaillierter beschrieben werden. Letztere wurde mit dem Österreichischen Bauherren Preis 2007 ausgezeichnet.
Eine wechselvolle Vorgeschichte im Zeitraffer: 1988 wurde den Wiener Linien ein größeres Bauareal auf dem ca. 44 Hektar umfassenden Gelände des „Gaswerks Leopoldau“ in Wien-Floridsdorf angeboten, das - trotz Bodenkontaminierung durch Rückstände der Stadtgaserzeugung - als Standort für eine neue Autobusgroßgarage auserkoren wurde.
Aus den 51 eingelangten Bewerbungen aus Österreich, Deutschland, Frankreich und Großbritannien ging der Entwurf von fasch & fuchs vor Riegler Riewe und Feichtinger Architects als Sieger hervor. Das wesentliche Charakteristikum des kompakten wie eleganten Projektes war ein in drei Richtungen gefaltetes, transluzentes Membrandach, das sich als stützenfreie Konstruktion über die offenen Stellplätze für rund 230 Busse spannte.
Neugestalten
In Folge eines Bauherrenwunsches, die Hallen für eine allfällige spätere Umnutzung zu rüsten sowie durch eine Verringerung der Stellfläche auf 180 Normalbusse kam es im Jahr 2003 zu einer grundlegenden Neuplanung, die auch einen konstruktiven Neuansatz bedingte.
Die jetzt abschließbar beziehungsweise dämmbar konzipierten Werkstatt-, Service- und Abstellhallen, die an das im Norden situierte Verwaltungsgebäude direkt anschließen, bestehen nun aus schräg gestellten Betonfertigteilen (statisch wirksamer Block in Verbindung mit stützenden Betonfingern) und einer Dachkonstruktion aus Stahlfachwerk mit stirnseitigen Vordächern als Sonnenschutz.
Obwohl zwischen Wettbewerbsentwurf und realisierter Lösung in gewissem Sinne Welten liegen und es eine Herausforderung gewesen sein dürfte, diverse komplexe funktionale Anforderungen „unter ein Dach“ zu bringen, präsentiert sich das bauliche Ergebnis als starke architektonische Setzung.
Das Verkehrskonzept als wichtiger Parameter des Entwurfs bedingte eine klare Trennung von Autobus- und Individualverkehr und bestimmte die Situierung der Baukörper.
Offenheit und Grazie
Die Gesamtanlage dieser Großgarage für flüssiggasbetriebene Autobusse besteht aus einem langgestreckten Verwaltungstrakt im Norden, einem Werkstättenbereich im Westen (Einlaufhalle, Reparatur- und Servicehalle, Verwaltung der Werkstatt) und den 5 Abstellhallen im Südosten des Areals. Wie an einem sonnigen Besichtigungstag unschwer nachzuvollziehen lag ein Schwerpunkt der Planung - von den funktionellen Parametern abgesehen - auf der optimalen Führung des Tageslichts, das über zahlreiche Oberlichter auf die schrägen Betonwände fällt und von dort tief in die Hallen geführt wird, die schon aufgrund ihres Fassungsvermögens (36 Busse pro Segment) beeindrucken. Die Sequenz der abstützenden Betonsäulen definiert entlang der geneigten Wände eine Art Erschließungsgang für die Busfahrer, das Stahlfachwerk bildet über den abgestellten Fahrzeugen eine luftige Struktur.
Licht, Luft, Freiheit
Der Verwaltungstrakt überbrückt die Durchfahrt zwischen Werkstätte und Abstellhalle und markiert den nördlichen Abschluss des Areals, das ost- und südseitig noch einen Lärmschutzzaun aus Weidengeflecht erhalten wird. Der innenliegende Erschließungsgang der Verwaltung ist über die Stirnseiten und über Lichthöfe im Obergeschoss belichtet, die großflächig verglasten Aufenthalts- und Arbeitsräume sind aufgrund ihrer Ausrichtung nach Norden vor sommerlicher Überhitzung geschützt und bieten inmitten eines ausfransenden „Nowherelands“ ein helles, ja großstädtisches Ambiente. Energieanbauten und Tankstelle sind in erforderlichem Sicherheitsabstand zur Gesamtanlage – und in Bereitschaft für den allnächtlichen Konvoi der einschwenkenden Busse – als markante Einzelbauten positioniert. Ökonomisch gedacht - und doch strahlt das Projekt viel mehr aus als die solide Zweckerfüllung.
(Quelle: Gabriele Kaiser)
Freiraum und Blickraum
Behinderte Menschen erleben allzu oft Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit. Die Sonderschule in Schwechat gibt ihnen den Raum, den sie brauchen.
Solitär, mutig, schlicht
fasch&fuchs haben sich für einen solitären, kompakten Baukörper entschieden, der sowohl von der im Norden angrenzenden niedrigen Vorstadtbebauung abrückt wie auch von der viel befahrenen Hainburgerstraße im Süden, deren Blockrandbebauung in nächster Zukunft vervollständigt werden und somit eine Abschirmung gegen den Verkehrslärm bilden soll.
Sensibilität als Prinzip
Das Konzept des Wettbewerbs von 2000 war durch eine signifikante Abstufung der Südfassade mit der Schrägverglasung vorgelagerter Wintergärten und geschoßweise eingebetteten Terrassen charakterisiert. Es erwies sich als erstaunlich biegsam und konnte, neuen Erkenntnissen und Anforderungen folgend, adaptiert und ohne störende Kompromisse beibehalten werden. Eine dieser Erkenntnisse war: Behinderte können sehr empfindlich auf starke Sonneneinstrahlung reagieren.
Sieben der insgesamt zehn Klassen für 70 Schüler im jetzigen Schuljahr wurden daher verlegt und sind nun nach Norden ausgerichtet. An die Südfront im Obergeschoß rückten die Direktion, das Lehrerzimmer, ein Mehrzweckraum und zwei Sonderunterrichtsräume für Werken und textiles Gestalten. Diese sind ebenso wie die im Erdgeschoß an der Südseite verbliebenen drei Unterrichtsräume, an die am Ostende eine Therapieeinheit anschließt, mit einem über Dach geparkten, weit ausladenden Sonnenschutz versehen.
Die Raumfigur
Zentrum des Schulhauses ist eine von allen Seiten einsehbare, zwei Geschoß hohe Raumfigur. Sie beherbergt den Turnsaal, der in die sanft abgesenkte Ebene des Untergeschoßes gebettet wurde. Dreiseitig wird die Halle umgeben durch Geräteräume und Erschließungszonen, die nur durch Sprossenwände vom eigentlichen Turnsaal abgetrennt sind, was Tageslicht in die Nebenraumzone bringt.
Im oberen Teil, auf der Höhe des Eingangs, ist das Volumen an drei Seiten von einem Pausenfoyer umgeben und nur andeutungsweise begrenzt durch Glasflächen und textile Schutznetze.
Die Absicht ist klar: Das Geschehen im Saal soll uneingeschränkt mitverfolgt werden können. Sitzstufen über die gesamte Längsseite des Pausen- und zugleich Erschließungsraums laden dazu ein.
Der Turnsaal als Spiegel
Die Entscheidung, den Turnsaal visuell und akustisch eng mit dem schulischen Tagesablauf zu verknüpfen, war gewagt, weil weder die Lärmentwicklung noch die Reaktion der Schüler voraussehbar war. Die Architekten haben jedoch durch eine klare Zonierung unterschiedlicher Bereiche dafür gesorgt, dass eine Beeinträchtigung von Räumen mit intensiver Lerntätigkeit vermieden wird. Eine Mittelzone mit Sanitär- und Nebenräumen, die über die darüberliegende Terrasse belichtet wird, wirkt als Puffer zwischen der stark frequentierten Pausenhalle und den Klassen.
Die Nähe und das Material
"fasch&fuchs" arbeiten strukturell. Alle erdberührenden Teile sind in Ortbeton ausgeführt, ebenso die Decke über dem Erdgeschoß. Die Aufbauten sind leichte Stahltragkonstruktionen, die wie bei ihrem Entwurf für das Kindermuseum in Graz durch konstruktiv wirksame Mehrschichtplatten in Holz ausgesteift sind. Decken und Wände aus Beton bleiben sichtbar. Das verleiht dem Bau eine gewisse Rauheit, doch wer genau schaut, kann erkennen, mit welcher Präzision einfachste Akustikplatten in die Ausnehmungen des Sichtbetons eingelassen sind. Wenn nichts verkleidet, nichts "beschönigt" wird, so zeigt dies die Affinität der Architekten zum industriellen Bauen und drückt aus, was Lernen ist: Arbeit.
(Quelle: Spectrum, 8.10.2006)
Die Selbstdarstellung, sowie Resonanzen zu herausragenden Arbeiten seien paradigmatisch zitiert.
PROMIS. Gewerbepark, 1140 Wien: 1.Preis Gewerbepark (Geladener Wettbewerb) 2007
Rooftop 02. Dachausbau, 1180 Wien: Anerkennung Stadterneuerungspreis 2006
Space Furniture. Bürobau, 1090 Wien: 1.Preis (geladener Wettbewerb) 2005
Stratified Townscape. Wohnbau, 1050 Wien: 1.Preis (EU-offener Wettbewerb) 2005
Urban Reflections. Dachaufbau, 1010 Wien: 1.Preis (privater Wettbewerb) 2005
Baik. Umbau Architektenkammer, 1040 Wien: 2.Preis (geladener Wettbewerb) 2004
Music Academy. Musikakademie, Ossiach: Anerkennung (EU-offener Wettbewerb) 2004
921 Earthquake Memorial. Taiwan: Auszeichnung (int. Wettbewerb) 2004
Benthouse. Wohnhaus, Grosshöflein: Anerkennung Landesbaupreis 2002
Headquarter MA48. Bürogebaude 1220 Wien: 1.Preis (geladener Wettbewerb) 2002
Codicil. Ausstellungsgebäude, Athen: Lobende Erwähnung (int. Wettbewerb) 2002
Connected with MAX. Städtebau, Valencia: Urbane studie (int. Wettbewerb) 2001
Concert Hall. Konzerthalle, Sarajevo: Lobende Erwähnung (int. Wettbewerb) 1999
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